Ihre Tochter kommt am Montag in eine neue Klasse. Oder morgen steht der Zahnarztbesuch an. Oder die Oma zieht in eine ganz neue Wohnung, die noch niemand in der Familie gesehen hat.
Sie bereiten Ihr Kind auf etwas Neues vor, indem Sie eine soziale Geschichte erstellen, in der das Kind selbst die Hauptrolle spielt. Indem die Situation Schritt für Schritt in einer vertrauten Erzählung durchgegangen wird – wie in der Flipr-App – wird das Unbekannte konkret und vorhersehbar. Das schenkt dem Kind Geborgenheit und das Gefühl, die Situation bereits einmal erlebt zu haben.
Sie kennen das Gefühl bereits: Das Kind stellt immer wieder die gleichen Fragen. „Wie sieht es dort aus?“ „Wer ist dabei?“ „Was muss ich tun?“ Sie antworten so gut Sie können, aber Worte allein kommen nicht immer an. Manche Kinder müssen sich selbst in der Situation sehen, bevor sie greifbar wird.
Es liegt nicht an mangelnden Antworten. Es ist einfach schwer, das Unbekannte konkret genug zu machen, damit ein Kind sich damit entspannen kann. Einige Kinder haben ein besonders großes Bedürfnis zu wissen, was sie erwartet, bevor sie der Situation gelassen begegnen können. Das gilt für viele Kinder mit Autismus, aber eigentlich für alle Kinder, die mit etwas Neuem konfrontiert werden.
Es ist keine neue Idee, ein Kind mit einer Geschichte vorzubereiten. Die Methode wird oft als „Social Stories“ bezeichnet und geht auf die US-amerikanische Pädagogin Carol Gray zurück. Sie begann Anfang der 1990er Jahre, kurze, persönliche Erzählungen zu nutzen, um eine kommende Situation Schritt für Schritt aus der Perspektive des Kindes durchzugehen (carolgraysocialstories.com).
Hierzulande nutzen Fachverbände ähnliche Ansätze. Das Ziel ist es, dem Kind bedeutsames Wissen über eine Situation zu vermitteln – in einer Weise, die das Kind verstehen kann und in der es sich selbst wiederkennt, damit die Situation leichter zu bewältigen ist. Das australische Elternportal Raising Children Network beschreibt dasselbe Prinzip: Eine Geschichte, die auf das Kind zugeschnitten ist und gemeinsam gelesen wird, bevor das Ereignis stattfindet, hilft dem Kind zu wissen, was es erwarten kann (raisingchildren.net.au).
Der Kernpunkt ist einfach: Je konkreter und erkennbarer die Geschichte ist, desto weniger unvorhersehbar fühlt sich der reale Moment an.
Sie müssen die Geschichte nicht von Grund auf neu schreiben oder eine generische Vorlage im Internet suchen. Sie erzählen einfach, was passieren wird und wer dabei ist, und Flipr baut die Geschichte um Ihr Kind als Helden seiner eigenen Vorbereitung. Dieselbe Familie, dasselbe Haustier, dasselbe Universum, das das Kind bereits aus anderen Geschichten kennt – nur jetzt auf die Situation von morgen übertragen.
Flipr ist keine Therapie, keine Diagnose und kein fachliches Werkzeug. Die App ersetzt keine Beratung durch Lehrer, Pädagogen oder medizinisches Personal, falls Ihr Kind diese benötigt. Sie erhebt auch keinen Anspruch auf klinische Dokumentation. Was Flipr leisten kann, ist es, Ihnen die Erstellung einer geborgenen, persönlichen Erzählung über das Bevorstehende zu erleichtern – so wie es Eltern und Fachleute seit Jahrzehnten tun, nur in wenigen Minuten genau auf Ihre Situation angepasst.
Nicht die Geschichte selbst ist das Ziel. Es ist der nächste Morgen, wenn Ihr Kind die Schule mit etwas mehr Selbstvertrauen betritt, weil es die Situation gestern Abend bereits „ausprobiert“ hat. Oder wenn es ruhig auf dem Stuhl beim Zahnarzt sitzt, weil es den Raum aus der eigenen Geschichte wiederkennt.
Sie haben ihr nicht nur eine Geschichte geschenkt. Sie haben ihr einen Vorsprung an Geborgenheit gegeben.
Es ist eine kurze, persönliche Erzählung, die eine kommende Situation Schritt für Schritt aus der Perspektive des Kindes beschreibt, damit das Kind weiß, was passieren wird, bevor es geschieht.
Das Prinzip wurde ursprünglich für Kinder mit Autismus entwickelt, wird aber breit eingesetzt, da es den meisten Kindern leichter fällt, mit Unbekanntem umzugehen, wenn es vorab konkret und erkennbar gemacht wurde.
Nein. Flipr ist keine Therapie oder ein fachliches Werkzeug. Die Geschichte dient der Vorbereitung und ist kein Ersatz für die Beratung durch Lehrer, Pädagogen oder Gesundheitspersonal.
Reference: carolgraysocialstories.com, autismeforeningen.dk, raisingchildren.net.au